|
|
Leitbild
des Deutschen Caritasverbandes
|
|
|
Das Leitbild wurde
am 6. Mai 1997 durch den Zentralrat des Deutschen Caritasverbandes in Limburg
auf der Grundlage der Beschlußempfehlung der Vertreterversammlung
in Schwäbisch Gmünd vom 16. Oktober 1996 beschlossen
|
|
Einführung
|
|
|
Präambel
|
|
|
I. Ziele
und Aufgaben
|
1. Ziele
2. Aufgaben
|
|
II. Theologische
Grundlagen
|
1. Der menschenfreundliche
Gott - Quelle der Caritas
2. Jesus Christus und seine Botschaft - Auftrag und Ermutigung der Caritas 3. Der Heilige Geist – Lebenskraft der Caritas 4. Prophetischer Geist – Sehkraft der Caritas 5. Die diakonische Kirche- Lebens- und Wirkungsraum der Caritas 6. Eine große Tradition- Verpflichtung zu ständiger Erneuerung |
|
III.Organisationsprofil
|
Der Deutsche Caritasverband
1. ist Vielfalt in Einheit
|
|
IV.Leistungsprofil
|
Der Deutsche Caritasverband
1. richtet sich in seinem Handeln nach
den Grundsätzen der christlichen Sozialethik und der Soziallehre der
Kirche
|
|
Schluß
|
|
|
|
|
|
1
|
Einführung
|
|
|
2
|
Das Leitbild des
Deutschen Caritasverbandes(*1) formuliert Aufgaben und Ziele, Herausforderungen
und Perspektiven.
|
*1
Im Deutschen Caritasverband sind zusammengeschlossen: – die Caritasverbände der Diözesen mit ihren Gliederungen und korporativen Mitgliedern, – die zentralen caritativen Fachverbände mit ihren Gliederungen, – die caritativen Vereinigungen und Ordensgemeinschaften, – die Zentrale des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg mit ihren – Hauptvertretungen. |
|
3
|
Es dient allen Gliederungen
des Deutschen Caritasverbandes als Orientierung und Richtschnur. Es bietet
diesen darüber hinaus die Möglichkeit zur Entwicklung oder Fortschreibung
eigener Leitbilder.
|
|
|
4
|
Es richtet sich
an alle ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterund
will ihnen die Identifikation mit den Zielen und Aufgaben erleichtern.
|
|
|
5
|
Es will der Öffentlichkeit
und allen an Caritasarbeit Interessierten ein klares und wirklichkeitsnahes
Bild der verbandlichen Caritas vermitteln.
|
|
|
6
|
Die im Leitbildniedergelegten
Grundsätze beziehen sich auf die gegenwärtige Arbeit. Sie zeigen
zugleich Perspektiven der Weiterentwicklung auf.
|
|
|
7
|
Die Spannung zwischen
Bestehendem und jeweils Anzustrebendem zwingt zu ständiger Überprüfung
der Aufgaben.
|
|
1
|
Präambel
|
|
|
2
|
Caritas ist konkrete
Hilfe für Menschen in Not. Richtschnur ihrer Arbeit sind Weisung und
Beispiel Jesu Christi.
|
|
|
3
|
Die Hinwendung zu
den Hilfebedürftigen und die Solidarität mit ihnen ist praktizierte
Nächstenliebe.
|
|
|
4
|
Sie ist Aufgabe
und Verpflichtung eines jeden Christen.
|
|
|
5
|
Sie ist zugleich
Grundauftrag der Kirche.
|
|
|
6
|
Aus christlicher
Verantwortung leistet Caritas vielfältige Hilfe mit und für Menschen.
|
|
|
7
|
Als Wohlfahrtsverband
der katholischen Kirche wirkt der Deutsche Caritasverband an der Gestaltung
des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens mit.
|
|
|
8
|
Maßgebend
für seine Tätigkeit sind der Anspruch des Evangeliums und der
Glaube der Kirche.
|
|
|
9
|
Durch sein Wirken
trägt er zur öffentlichen Beglaubigung der kirchlichen Verkündigung
bei.
|
|
|
10
|
Als Spitzenverband
der freien Wohlfahrtspflege steht der Deutsche Caritasverband in der Mitverantwortung
für die sozialen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland.
|
|
|
11
|
Er lässt sich
vom Bild einer solidarischen und gerechten Gesellschaft leiten, in der
auch Arme und Schwache einen Platz mit Lebensperspektiven finden können.
|
|
|
1
|
I.Ziele
und Aufgaben
|
|
|
2
|
1. Ziele
|
|
|
3
|
Den Menschen
in seiner Würde schützen
|
|
|
4
|
Jeder Mensch ist
einmalig als Person und besitzt eine ihm von Gott gegebene unverfügbare
Würde.
|
Den Mensche in seiner Würde schützen |
|
5
|
Daraus ergibt sich
die Verpflichtung, menschliches Leben von Anfang bis Ende, von der Empfängnis
bis zum Tod, zu achten, zu schützen und, wo Not ist, helfend zu begleiten.
|
|
|
6
|
Vornehmstes und
ureigenstes Ziel aller Caritasarbeit ist es, Menschen, insbesondere benachteiligte
und schwache, vor Ausnutzung, vor Ausgrenzung und zugleich vor Vereinnahmung
zu schützen und ihre Selbsthilfekräfte anzuregen.
|
|
|
7
|
Solidarischmiteinander
leben in einer pluralen Welt
|
|
|
8
|
Menschsein verwirklicht
sich in vielfältigen zwischenmenschlichen Beziehungen in der Familie,
im Beruf, in der Nachbarschaft, in der politischen Gemeinschaft, im Zusammenlebenunterschiedlicher
Meinungs- und Interessengruppen, Kulturen und Religionen.
|
|
|
9
|
Der Deutsche Caritasverbandbejaht
diese Vielfalt. Er erstrebt mit allen Menschen guten Willens einsolidarisches
Miteinander, in dem Vorurteile keinen Platz haben und Minderheitengeschützt
werden, in dem alle am Gemeinwohl teilhaben und ihren Beitrag dazu leisten.
|
|
|
10
|
Verpflichtung
über Grenzen hinweg
|
|
|
11
|
Ein Leben in Würde
für alle ist nur möglich, wenn Freiheit, Gerechtigkeit, und Friedenweltweit
gesichert sind und die Schöpfung geachtet und bewahrt wird.
|
|
|
12
|
Deshalb setzt sich
der Deutsche Caritasverband europa- und weltweit für gerechte Lebensbedingungen,
für die Einhaltung der Menschenrechte und für die Schaffung sozialer
Mindeststandards ein.
|
|
|
13
|
Er unterstützt
und fördert die Arbeit der eigenverantwortlich handelnden Partner
vor Ort.
|
|
|
14
|
2. Aufgaben
|
|
|
15
|
Caritasarbeit
ist Hilfe für Menschen in Not
|
|
|
16
|
Menschliche Not-
geistige, körperliche, seelische und materielle - erfordert mitmenschliche
Hilfe.
|
|
|
17
|
Der Deutsche Caritasverband
hilft vorrangig Menschen, die in ihrem persönlichen Umfeld oder in
den sozialen Sicherungssystemen keine oder keine ausreichende Hilfe finden.
|
|
|
18
|
Er sucht mit ihnen
nach ganzheitlichen Hilfen. Die geistig-seelische Situation und die Lebenswelt
der Hilfebedürftigen werden in die Hilfeleistung einbezogen. Die Hilfebedürftigenwerden
angeregt, an der Veränderung ihrer Lebenssituation aktiv mitzuwirken.
|
|
|
19
|
Er unterstützt
sie auf ihrem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit und einem selbständigen
und verantwortlichen Leben.
|
|
|
20
|
Der Deutsche
Caritasverband versteht sich als Anwalt und Partner Benachteiligter
|
|
|
21
|
Er setzt sich für
Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft leben, die öffentlich
keine Stimme haben und die sich nicht selbst helfen können.
|
|
|
22
|
Er verschafft ihren
Nöten und Anliegen Gehör und unterstützt sie bei der Wahrnehmung
ihrer Rechte.
|
|
|
23
|
Er tritt gesellschaftlichen
und politischen Entwicklungen entgegen, die zur Benachteiligung von einzelnen
und Familien oder zur Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen führen.
|
|
|
24
|
Die verbandliche
Caritas gestaltet Sozial- und Gesellschaftspolitik mit
|
|
|
25
|
Deshalb übernimmt
der Deutsche Caritasverband Mitverantwortung für die Entwicklung bedarfsgerechter
sozialer Infrastrukturen.
|
Tendenzen der Entsolidarisierung entgegenwirken |
|
26
|
Er macht die Öffentlichkeit
aufmerksam auf bestehende Nöte. Er wirbt für solidarisches Handeln
auf der Grundlage christlicher Werte.
|
|
|
27
|
Damit leistet er
einen Beitrag zum Frieden in der Gesellschaft und wirkt Tendenzen der Entsolidarisierung
entgegen.
|
|
|
28
|
Er wirkt im Gesundheits-,
Sozial-, Erziehungs-, Bildungs- und Beschäftigungsbereich an der Sicherung
einer flächendeckenden Grundversorgung der Bevölkerung mit. Grundlage
dafür ist das Subsidiaritätsprinzip.
|
|
|
29
|
Er hilft den Blick
zu schärfen für jeweils neu entstehende Notlagen.
|
|
|
30
|
Er bemüht sich
verstärkt in seinen Diensten und Einrichtungen um Hilfen für
mittellose Menschen, die keinen Anspruch auf zum Leben ausreichende Sozialleistungen
haben.
|
|
|
31
|
Der Deutsche
Caritasverband trägt zur Qualifizierung sozialer Arbeit bei
|
|
|
32
|
Wirksame Hilfe setzt
praktikable Handlungskonzepte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
voraus.
|
|
|
33
|
Durch gezielte Aus-,
Fort- und Weiterbildungsangebote verbessert der Deutsche Caritasverbandkontinuierlich
die Qualifikation seiner beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter.
|
|
|
34
|
Durch seine wissenschaftlichen
Publikationen und durch engen Austausch zwischen Theorie und Praxis leistet
er einen eigenständigen Beitrag zur Entwicklung von Konzepten und
Standards in den unterschiedlichen Feldern sozialer Arbeit und caritativer
Tätigkeit.
|
|
|
1
|
II.
Theologische Grundlagen
|
|
|
2
|
1. Der menschenfreundliche
Gott - Quelle der Caritas
|
|
|
3
|
Christen verstehen
das Leben eines jeden Menschen als Geschenk Gottes.
|
|
|
4
|
Gott ist ein Gott
der Liebe; er befähigt zu Liebe und ruft zum Helfen.
|
|
|
5
|
Gott wendet sich
den Menschen auch in ihrer Hinfälligkeit in Liebe zu; er gibt ihnen
Zukunft und Hoffnung.
|
|
|
6
|
Aus diesem Glauben
schöpft Caritas ihre Kraft.
|
|
|
7
|
2. Jesus Christus
und seine Botschaft - Auftrag und Ermutigung der Caritas
|
|
|
8
|
In Jesus Christus
ist Gott Mensch geworden.
|
|
|
9
|
Jesus von Nazaret
hat in einmaliger Weise die Botschaft vom mitsorgenden und mitleidenden
Gott verkündet. Er hat diese Botschaft vorgelebt und zur unbedingten
Nachfolge aufgerufen.
|
|
|
10
|
Als Frucht seines
Heilswirkens, seines Leidens und seiner Auferstehung hat er eine neue Schöpfung
verheißen, in der Frieden herrscht und Leid und Tod überwunden
sind.
|
|
|
11
|
Aus dieser Botschaft
leitet die Caritasarbeit ihren Auftrag und ihre Ermutigung ab.
|
|
|
12
|
3. Der Heilige
Geist - Lebenskraft der Caritas
|
|
|
13
|
Gottes Geist ist
Geist des Lebens: Er schafft Leben und ermutigt zum Leben.
|
|
|
14
|
Er befähigt
zur Gemeinschaft und zum Einsatz für andere.
|
|
|
15
|
Er ist heilender
Geist.
|
|
|
16
|
Sein Wirken bricht
sich in vielen Farben und spiegelt sich in den vielfältigen Begabungen
der Menschen.
|
|
|
17
|
Christen erkennen
das Wirken des Geistes in allen Menschen, die im Mitmenschen den Bruder
oder die Schwester sehen und zu selbstlosem Helfen bereit sind.
|
|
|
18
|
4. Prophetischer
Geist - Sehkraft der Caritas
|
|
|
19
|
Gott selbst ist
Anwalt der Armen, Schwachen und Entrechteten.
|
Im Mitmenschenden Bruder und die Schwester sehen |
|
20
|
Unrecht gegen sie
ist Abkehr von Gott.
|
|
|
21
|
Prophetische Frauen
und Männer aller Zeiten haben dies hundertfach und gegen alle herrschenden
Verhältnisse bezeugt.
|
|
|
22
|
Als unbequeme Mahner
haben sie sich nie gescheut, soziales Unrecht und seine Ursachen anzuprangern
und zur Umkehr aufzurufen.
|
|
|
23
|
Prophetischer Geist
ist eine Gabe Gottes. Er tut auch heute Not. Herrschende Missstände
müssen beim Namen genannt und ihre Ursachen bloßgelegt werden,
damit gerechte Lösungen gefunden werden können.
|
|
|
24
|
Das Reich Gottes
ist nicht von dieser Welt, aber seine "Gerechtigkeit" muß in ihr
Gestalt annehmen.
|
|
|
25
|
5. Die diakonische
Kirche - Lebens- und Wirkungsraum der Caritas
|
|
|
26
|
Kirche Jesu Christi
ist diakonische Kirche.
|
|
|
27
|
Der Dienst der Caritas
gehört wie der Gottesdienst und die Verkündigung zum Lebensvollzug
der Kirche.
|
|
|
28
|
Diese Tatsache gilt
es immer wieder bewußt zu machen und mit Leben zu füllen.
|
|
|
29
|
Die verbandliche
Caritas unterstützt, fördert und ergänzt deshalb in Abstimmung
mit dem Bischof die Caritasarbeit von einzelnen, Gruppen, Gemeinschaften
und Pfarrgemeinden in den verschiedenen Diözesen und stärkt deren
Eigeninitiative.
|
|
|
30
|
Sie setzt dabei
auf das soziale Bewußtsein und die Hilfsbereitschaft aller Christen.
|
|
|
31
|
Die Caritasarbeit
in den Pfarrgemeinden ist Ausgangspunkt und Grundlage. Sie ist sowohl für
das Leben der Gemeinden als auch für die verbandliche Caritasarbeit
unverzichtbar.
|
|
|
32
|
Deshalb pflegt die
verbandliche Caritas mit den Pfarrgemeinden und mit den verschiedenenchristlichen
Gruppen und Vereinigungen vielfältige Formen der Zusammenarbeit.
|
|
|
33
|
6. Eine große
Tradition - Verpflichtung zu ständiger Erneuerung
|
|
|
34
|
Die Kirche Jesu
Christi ist Kirche aus der Kraft des Geistes. Sie ist eine Kirche der Freiheit.
Sie lebt aus der Vielfalt der Gaben, die in ihr zur Entfaltung kommen können.
|
|
|
35
|
In der Geschichte
der Kirche und der Christenheit haben sich zahllose Frauen und Männerund
viele Vereinigungen und caritative Orden immer neu der Menschen in Not
angenommen.
|
|
|
36
|
Ihrem Erfindungsgeist
und ihrem Einsatz ist die Verbesserung der Lebenssituation vieler Menschen
zu verdanken.
|
|
|
37
|
Ihre Ideen, ihre
Konzepte, ihre Spiritualität sind für die Caritasarbeit von heute
ein großer Schatz.
|
|
|
38
|
Dieses Erbe gilt
es in die Gegenwart zu übersetzen, zu erneuern und weiterzuentwickeln.
So erhält die Caritasarbeit neuen Ansporn auch zur Überprüfung
bestehender Aufgaben.
|
|
|
1
|
III.
Organisationsprofil
|
|
|
2
|
1. Der Deutsche
Caritasverband ist Vielfalt in Einheit
|
|
|
3
|
Wirtschaftliche
Umbrüche und soziale Nöte der Vergangenheit haben zur organisierten
Caritasarbeit geführt.
|
|
|
4
|
Viele Gruppen, Vereinigungen
und Orden schufen insbesondere im 19. Jahrhundert Hilfswerke und caritative
Einrichtungen.
|
|
|
5
|
Um die Hilfe wirkungsvoller
zu koordinieren und den Einfluß auf die Gesellschaft und auf sozialpolitische
Entscheidungen zu stärken, gründete Lorenz Werthmann am 9. November1897
den "Charitasverband für das katholische Deutschland".
|
|
|
6
|
Seit 1916 ist der
Deutsche Caritasverband die von den Bischöfen anerkannte Organisationsform
verbandlicher Caritas in Deutschland.
|
|
|
7
|
2. Der Deutsche
Caritasverband ist Dachverband und Verein
|
|
|
8
|
Als solcher stärkt
und fördert der Deutsche Caritasverband die Tätigkeit seiner
Gliederungen und Mitgliedsorganisationen.
|
Soziales Engagementfördern |
|
9
|
Als Spitzenverband
der freien Wohlfahrtspflege vertritt der Deutsche Caritasverband auf Bundesebene
die Interessen der Mitgliedsorganisationen.
|
|
|
10
|
Seine Gliederungen
nehmen die Funktion als Spitzenverband auf ihrer jeweiligen Ebene wahr.
|
|
|
11
|
Aufgaben und Zuständigkeiten
zwischen dem Deutschen Caritasverband und seinen Gliederungen und Mitgliedsorganisationenwerden
nach dem Sub-sidiaritätsprinzip geregelt.
|
|
|
12
|
Die Verbands- und
Organisationsstrukturen sind auf Weiterentwicklung angelegt. Sie werden
jeweils den veränderten Anforderungen angepaßt. Die davon betroffenen
Personenkreise werden an der Weiterentwicklung der Strukturen beteiligt.
|
|
|
13
|
Der Deutsche Caritasverband
hat persönliche, korporative und assoziierte korporative Mitglieder.
|
|
|
14
|
Er stärkt und
fördert deren Selbstvertretungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten.
|
|
|
15
|
Der Deutsche Caritasverbandbejaht
Verbandsarbeit als Instrument gesellschaftlicher Einflussnahme und politischer
Mitwirkung.
|
|
|
16
|
3. Der Deutsche
Caritasverband ist Teil der Sozialbewegung
|
|
|
17
|
Er bietet allen
an sozialer Arbeit Interessierten die Möglichkeit, sich ehrenamtlich
oder beruflich an der Verwirklichung seiner Ziele und Aufgaben zu beteiligen.
|
|
|
18
|
Er entwickelt dafür
Mitwirkungs- und Entscheidungsmöglichkeiten und fördert das Engagement
durch Beratung und Fortbildung.
|
|
|
19
|
Er unterstützt
den ehrenamtlichen caritativen Einsatz in Pfarrgemeinden, Verbänden,
Gruppen und Initiativen.
|
|
|
20
|
Er tritt für
verbesserte Rahmenbedingungen für das soziale Ehrenamt ein. Sie sollen
die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz stärken und die Zusammenarbeit
zwischen Ehrenamtlichen und Beruflichen erleichtern.
|
|
|
21
|
Er fördertdie
Idee einer Sozialbewegung und arbeitet mit sozial engagierten Menschen,
Initiativen und Organisationen zusammen an der Verwirklichung einer solidarischen
Gesellschaft.
|
|
|
22
|
4. Der Deutsche
Caritasverband als Dienstgeber
|
|
|
23
|
Er ist auf engagierte
und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen, die bereit
sind, die in diesem Leitbild formulierten Ziele und Aufgaben mitzutragen
und in ihrer Tätigkeit umzusetzen.
|
|
|
24
|
Fachlichkeit, Einsatzwille,
Flexibilität und Loyalität sind Grundlage für die professionellen
Dienste.
|
|
|
25
|
Der Deutsche Caritasverband
trägt als Dienstgeber soziale Verantwortung für seine Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter.
|
|
|
26
|
Er sucht nach Möglichkeiten,
die es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erleichtern, Beruf und Familienaufgaben
in Einklang zu bringen. Er sichert Männern und Frauen gleiche Chancen
beruflicher Entwicklung.
|
|
|
27
|
Er unterstützt
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer fachlichen, persönlichen
und religiösen Weiterbildung.
|
|
|
28
|
5. Der Deutsche
Caritasverband pflegt einen partizipativen Führungsstil
|
|
|
29
|
Er beteiligt seine
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den ihr jeweiliges Arbeitsfeld betreffenden
Ziel- und Entscheidungsfindungen.
|
|
|
30
|
Klare Aufgabenbeschreibungen
und die Delegation von Kompetenzen und Verantwortung ermöglichen und
stärken eigenverantwortliches Handeln.
|
|
|
31
|
Er fördert
die Bildung von Mitarbeitervertretungen und deren Tätigkeit.
|
|
|
32
|
6. Der Deutsche
Caritasverband ist Dienstgemeinschaft
|
|
|
33
|
Caritasarbeit ist
kirchlicher Dienst.
|
|
|
34
|
Es gilt die Grundordnung
des kirchlichen Dienstes.
|
|
|
35
|
Dienstnehmer und
Dienstgeber verpflichten sich, innerhalb der Dienstgemeinschaft zu einervertrauensvollen
Atmosphäre beizutragen.
|
|
|
36
|
Diese muß
sich auszeichnen durch Respekt vor der Persönlichkeit des einzelnen,
durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und durch konstruktives Austragen
von Konflikten.
|
|
|
1
|
IV.
Leistungsprofil
|
|
|
2
|
1. Der Deutsche
Caritasverband richtet sich in seinem Handeln nach den Grundsätzender
christlichen Sozialethik und der Soziallehre der Kirche
|
|
|
3
|
Er achtet in allen
seinen Tätigkeiten die Würde des Menschen und tritt für
dessen Rechte ein.
|
|
|
4
|
Er fördert
die Eigenständigkeit von Einzelpersonen, von Familien und Gruppen.
|
|
|
5
|
Er leistet Hilfe
zur Selbsthilfe. Die Menschen, denen geholfen wird, sollen im Prozeß
des Helfens selbst Handelnde bleiben.
|
|
|
6
|
Er unterstützt
solidarisches Handeln und Verhalten im Sinne des Gemeinwohls.
|
|
|
7
|
2. Der Deutsche
Caritasverband erbringt seine Leistungen bedarfs- und sachgerecht
|
|
|
8
|
Als Verband der
freien Wohlfahrtspflege erbringt der Deutsche Caritasverband soziale Dienstleistungen.
|
Eigenverantwortliches Handeln stärken |
|
9
|
Maßgebend
für seine Leistungen sind die Nöte und Probleme der Hilfebedürftigen.
Die Leistungen erfolgen unabhängig von der Religion, der Volkszugehörigkeit
und der politischen Einstellung der Betroffenen.
|
|
|
10
|
Die besondere Sorge
des Deutschen Caritasverbandes gilt Menschen, die sonst nur unzureichende
oder gar keine Hilfe erhalten, die sich ausgegrenzt und einsam fühlen
und unter der Ablehnung durch andere leiden.
|
|
|
11
|
Er ist bestrebt,
neue Notsituationen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Lösungen
dafür zu finden.
|
|
|
12
|
Dafür ist das
Zusammenwirken mit den Pfarrgemeinden unverzichtbar.
|
|
|
13
|
Er überprüft
regelmäßig sein Angebot und paßt es dem jeweils veränderten
Bedarf an.
|
|
|
14
|
3. Der Deutsche
Caritasverband leistet seine Dienste professionell
|
|
|
15
|
Er arbeitet nachfachlichen
Standards und beteiligt sich - gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnis
und praktische Erfahrung - an deren Weiterentwicklung.
|
|
|
16
|
Die Qualitätseiner
Arbeit sichert er durch regelmäßige Selbstkontrolle.
|
|
|
17
|
Präventiven
Ansätzen gibt er in allen Bereichen sozialer Arbeit den Vorzug.
|
|
|
18
|
4. Der Deutsche
Caritasverband erbringt seine Leistungen umweltgerecht
|
|
|
19
|
Er stellt sich seiner
Mitverantwortung für die Bewahrung der Schöpfung.
|
|
|
20
|
Die Arbeitsabläufe
in seinen Diensten und Einrichtungen werden umweltverträglich gestaltet.
|
|
|
21
|
5. Der Deutsche
Caritasverband arbeitet unternehmerisch
|
|
|
22
|
Sein Handeln als
soziales Dienstleistungsunternehmen ist bestimmt von seinen Zielen und
Aufgaben.
|
|
|
23
|
Seine Leistungen
erbringt er nach den Grundsätzen der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit
und Sparsamkeit.
|
|
|
24
|
Er macht seinwirtschaftliches
Verhalten für die Öffentlichkeit transparent.
|
|
|
25
|
Nicht zweckgebundene
Mittel setzt er vorrangig für Aufgaben ein, denen er selbst Priorität
einräumt und die nicht schon durch andere Angebote hinreichend gesichert
sind.
|
|
|
26
|
Als Dienstleistungsunternehmen
hat der Deutsche Caritasverband arbeitsmarkt-politische Verantwortung.
Er nutzt dafür den ihm verfügbaren arbeitsrechtlichen Gestaltungsspielraum.
|
|
|
27
|
6. Der Deutsche
Caritasverband setzt auf Zusammenarbeit
|
|
|
28
|
Er anerkennt den
vielfältigen, eigenständig geleisteten Einsatz von Pfarrgemeinden,
Verbänden, privaten Initiativen und Selbsthilfegruppen. Er sucht die
Zusammenarbeit mit ihnen.
|
Weltweit Verantwortung wahrnehmen |
|
29
|
Er unterstützt
insbesondere solche Initiativen, die dem Selbsthilfegedanken verpflichtet
sind.
|
|
|
30
|
Der Deutsche Caritasverband
auf Bundes- und seine Gliederungen auf Landes- und kommunaler Ebene arbeiten
mit den anderen freien Trägern und mit den Trägern der öffentlichen
Wohlfahrtspflege zusammen.
|
|
|
31
|
Durch seine Mitgliedschaft
in Caritas Internationalis nimmt er seine Verantwortung für Notsituationen
in aller Welt wahr und sucht die Zusammenarbeit mit anderen Hilfswerkender
Kirche.
|
|
|
32
|
Er fördert
die ökumenische Zusammenarbeit in der sozialen Arbeit der Kirchen.
Er ist offen für die Zusammenarbeit mit den nichtchristlichen Religionsgemeinschaften.
|
|
|
33
|
7. Der Deutsche
Caritasverband bekennt sich zu Offenheit und Erneuerung
|
|
|
34
|
Er reagiert flexibel
und kreativ auf die jeweiligen neuen Herausforderungen, z. B. durch Entwicklung
und Durchführung von Modellprojekten.
|
|
|
35
|
Er bringt seinein
der Praxis gewonnenen Erfahrungen in die fachliche, ethische und politische
Diskussion ein. Er trägt damit zur Innovation im sozialen Bereich
bei.
|
|
|
1
|
Schluß
|
|
|
2
|
Träger, Leitungsverantwortliche,
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen die Ziele, Grundsätze und
Verhaltensregeln dieses Leitbildes in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern gemeinsam
um.
|
|